Alarm- und Ausrückeordnung (AAO)
Die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) legt fest, welche Fahrzeuge und Einheiten zu einem bestimmten Einsatzstichwort automatisch alarmiert werden. Diese Einsatzstichworte wie z. B. „Feuer klein“, „Unfall eingeklemmt“ oder „Wasser im Gebäude“ sind die Grundlage dafür, wie viel Hilfe auf den Weg gebracht wird.
Wie entstehen die Einsatzstichworte?
Wenn ein Notruf in der Leitstelle eingeht, stellt der Disponent gezielt Fragen:
Was brennt? Wo? Sind Personen in Gefahr? Was genau ist passiert?
Oft sind die Angaben aber unklar, weil Anrufer aufgeregt sind oder die Situation schlecht einschätzen können. Deshalb muss der Disponent anhand der verfügbaren Informationen eine Einschätzung der Lage treffen – und dafür ein passendes Stichwort auswählen. Dieses Stichwort löst dann automatisch die dazugehörige AAO aus.
Warum kann das manchmal „zu viel“ wirken?
Unklare Lage → höheres Stichwort
Wenn sich aus dem Notruf nicht genau erkennen lässt, wie schlimm es wirklich ist, wählt der Disponent ein höheres oder vorsichtigeres Stichwort. Das führt dazu, dass mehr Fahrzeuge alarmiert werden, um auf Nummer sicher zu gehen.Lieber ein Fahrzeug zu viel als eins zu wenig
Für die Sicherheit von Bürgern und Einsatzkräften gilt:
Im Zweifel wird eher mehr alarmiert.
Fahrzeuge können unterwegs oder vor Ort jederzeit wieder aus dem Einsatz entlassen werden – aber ein fehlendes Fahrzeug kann im Ernstfall lebensgefährlich sein.Fehleinschätzungen sind normal und einkalkuliert
Da Notrufe oft emotional, hektisch und widersprüchlich sind, kann es vorkommen, dass am Ende weniger Kräfte benötigt werden als alarmiert wurden. Das ist kein Fehler, sondern Teil der professionellen Einsatzplanung.
Fazit
Viele Fahrzeuge bedeuten nicht automatisch einen großen Einsatz. Häufig sind sie das Ergebnis einer vorsorglichen Alarmierung, die auf einem unklaren Notruf und den dazugehörigen Einsatzstichworten basiert. Die Feuerwehr arbeitet lieber schnell, sicher und ausreichend, statt im entscheidenden Moment zu wenig Ressourcen vor Ort zu haben.