Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch das Bluetongue-Virus (BTV) verursachte Erkrankung bei Wiederkäuern. Das Virus gehört zu den Orbiviren aus der Familie der Reoviren und ist nicht von Tier zu Tier ansteckend, sondern wird über kleine blutsaugende Stechmücken (Gnitzen) übertragen.

Betroffen sind vor allem Rinder, Schafe, Ziegen sowie Kameliden wie Lamas und Alpakas. Infizierte Tiere leiden häufig stark: Sie entwickeln hohes Fieber, wirken apathisch, fressen schlecht und zeigen gerötete Schleimhäute sowie eine geschwollene Zunge. Auch Bindehautentzündungen, Lahmheit, Missbildungen oder Aborte können auftreten; in schweren Fällen kann die Krankheit tödlich verlaufen. Das Landwirtschaftsministerium empfiehlt Haltern, bei entsprechenden Symptomen umgehend den Hoftierarzt zu verständigen.

Für den Menschen stellt BTV hingegen keine Gefahr dar. Fleisch, Milch und verarbeitete Produkte können ohne Bedenken konsumiert werden und unterliegen keinen Handelsbeschränkungen.

Durch den Ausbruch eines neuen BTV-Typs im Saarland wurde die bestehende Sperrzone auf Hessen ausgeweitet. Das Gebiet umfasst weite Teile Südhessens einschließlich des Main-Taunus-Kreises. Für die Verbringung empfänglicher Tierarten aus der BTV-8-Sperrzone hinaus gelten strenge Vorgaben; innerhalb der Sperrzone bestehen hingegen keine Einschränkungen.