Brandschutzerziehung
Brände gehören zu den gefährlichsten Notfällen, die in Sekunden entstehen und schwerwiegende Folgen haben können. Besonders Kinder reagieren im Brandfall oft panisch oder wissen nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen. Genau hier setzt die Brandschutzerziehung an: Sie vermittelt lebenswichtiges Wissen über den richtigen Umgang mit Feuer, das Verhindern von Bränden, das richtige Verhalten im Brandfall und die Aufgaben der Feuerwehr.
Jedes Jahr kommen alle Vorschulkinder und alle Viertklässler einen Vormittag zu uns in die Feuerwehr.
Dort zeigen wir die Räumlichkeiten der Feuerwehr und die Feuerwehrfahrzeuge. Die Kinder dürfen die Werkzeuge der Feuerwehrleute in die Hand nehmen und dabei feststellen, wie schwer die Einsatzkräfte zu tragen haben.
Den Kindern wird das Rauchhaus erklärt und sie dürfen selber erkennen, wie der Rauch aufsteigt. Deshalb sind Rauchmelder auch an der Decke angebracht. 😉 Die Kinder sollen zu Hause bewusst schauen, in welchen Zimmern die Eltern Rauchmelder angebracht haben.
Richtiges Verhalten im Brandfall
Ruhe bewahren, Hilfe holen, Fluchtwege nutzen, Türen schließen und keinen Fahrstuhl benutzen. Die Kinder lernen direkt ins Freie zu gehen, ohne ihre Lieblingsstofftiere oder Spielsachen mitzunehmen und niemals in den verrauchten Raum zurückzukehren. Sie lernen, dass der Rauch viel gefährlicher ist als das Feuer und dass man nur drei Atemzüge vom Rauch einatmet, bis man bewusstlos wird.
Wir üben in unserem Schulungsraum in der Feuerwehr das Verhalten, wenn es an der Tür des Raumes oder in der Ecke brennt. Wir überlegen zusammen mit den Kindern, wie sie am besten reagieren und wo sie im Schulungsraum vor dem Rauch/Feuer sicher sind (z. B. auf dem Balkon).
Die Kinder lernen auch einen Notruf abzusetzen, denn selbst für Erwachsene ist das sehr aufregend. Um den Kindern die Angst davor zu nehmen, üben wir das mit unserem Notruftelefon. Die Kinder rufen bei der Leitstelle (im Übungsfall sind wir Erwachsenen am anderen Ende des Telefons) an und denken sich dabei ein Szenario aus, weswegen sie den Notruf wählen.
Viele Kinder fürchten sich vor Feuer und Feuerwehrleuten in voller Schutzausrüstung mit Atemschutzgerät. Wir zeigen den Kindern unsere Feuerschutzkleidung und sie dürfen diese Kleidung anprobieren. Damit bauen wir die Ängste der Kinder vor uns ab und sie lernen, dass sie sich im Feuer nicht vor den Feuerwehrleuten verstecken dürfen.
Die Kinder lernen die Gefahrenquellen im Alltag kennen: Elektrische Geräte (Toaster, Wäschetrockner etc.), Kerzen, Adventskranz, Herd (angebranntes Kochgut), Feuerwerkskörper.
Die Kinder lernen, dass sie niemals allein, ohne Elternteil, Kerzen anzünden dürfen. Auch darf ein Zimmer nicht allein mit einer brennenden Kerze gelassen werden. Die Kindergartenkinder dürfen mit uns ein Teelicht anzünden und sich dabei aussuchen, ob sie Streichhölzer oder ein Feuerzeug benutzen möchten.
Wenn die Viertklässler zu uns in die Feuerwehr kommen, machen wir zusätzlich noch einige Experimente:
Welche drei Dinge braucht ein Feuer, um zu entstehen? (Luft, Zündquelle und brennbares Material) Das erläutern wir anhand eines Dreiecks. Wir probieren aus, welche Materialien besser brennen oder überhaupt brennen (z. B. Holzklotz versus Holzspäne). Auch zeigen wir den Kindern eine Staubexplosion. Die dabei entstehende Flamme beeindruckt die Kinder enorm und es gibt so manches „Oh“ und „Ah“ oder „Wow“.
Brandschutzerziehung kann auch für Erwachsene und Seniorinnen und Senioren angeboten werden – auf Anfrage in Schulen, Kindergärten oder anderen Einrichtungen.